Das Kind in dir muss Heimat finden

 

Dies ist mehr als eine Buchrezension. Stefanie Stahl’s Podcast „Stahl aber herzlich“ folge ich schon länger, da sie Psychologie auf eine sehr gute Art und Weise rüberbringt. Als mir von verschiedenen Seiten empfohlen wurde, mich mal genauer mit meinem „Inneren Kind“ auseinanderzusetzen habe ich mir das Buch von Stefanie Stahl „Das Kind in dir muss Heimat finden“ ausgeliehen und auch das passende Hörbuch dazu gehört. Ehrlich gesagt: ich war froh, dass Stefanie nicht selber das Buch gesprochen hat, da ich ihre Stimme nicht besonders gut mag – ich habe einen Stimmentick. Nur gewisse Stimmen können mich ansprechen und bringen bei mir Aufmerksamkeit und Freude.

Stefanie Stahl hat eine besonders gute Art Wissenschaft und Alltagsfakten zu mischen und alles in einer sehr verständlichen Sprache rüberzubringen. Sie erfindet auch gerne neue Wörter, die mir dann auch besonders bleiben. Das Buch ist gespickt mit vielen Übungen. So zeichnet man (auch wenn man nicht zeichnen kann) auf einem Blatt das sogenannte Schattenkind auf. Wie waren unsere Eltern oder Bezugspersonen zueinander? Was wurde mir immer wieder gesagt, was hat sich zu Glaubenssätzen entwickelt? Was habe ich von meinen Eltern übernommen ohne mir dessen bewusst zu sein? Die negativen Glaubenssätze macht man sich bewusst und wandelt sie um.

Viel mehr Zeit widmet man dann dem Sonnenkind, den positiven Eigenschaften, die wir integrieren möchten, den positiven Gefühlen, denen wir uns in Zukunft widmen möchten. Ob man dabei noch andere Menschen einbezieht ist einem selber überlassen. Aber die positiven Glaubenssätze begleiten mich jetzt mit allen Sinnen im Alltag. Sie hängen am Spiegel im Badezimmer, liegen neben meinem Bett und ich benutze sie in meinen Meditationen.

Das Erarbeiten des Inneren Kindes hat mir aufgezeigt, dass es sich auch im „hohen Alter“ noch lohnt sich mit sich selbst intensiv auseinanderzusetzen und die Dinge, die einem stören nicht einfach liegen zu lassen.

Wenn du immer wieder an gewissen Themen nagst, du immer wieder in ähnliche Fallen tappst, dann kann ich dir nur empfehlen, dich damit zu beschäftigen. Ich habe es zum Beispiel über mein Abo mit der Bibliothek gemacht, bei der ich Hörbücher und Bücher ausleihen kann. So konnte ich mir die notwendige Zeit nehmen um daran zu arbeiten und immer wieder einmal abwechseln zwischen Hören und Lesen abwechseln. Mein Sonnenkind ist jetzt in meinem Körper verankert und meine Innere Erwachsene merkt jetzt schneller, wenn ich wieder ins Schattenkind abrutsche und merke, dass es da um alte Gefühle und Projektionen geht, die wieder hochgekommen sind.

Ein weiterer Aspekt ist spannend: anstatt mich immer wieder schützen zu müssen übe ich meine Schatzstrategien ein. Damit brauche ich immer weniger Schutz, denn ich stehe zu mir und meinen Schatten- und Sonnenseiten. Je mehr ich zu mir selbst finde umso besser geht es mir mit anderen Menschen – und anderen Menschen mit mir. Und da ich an meinem Inneren Kind gearbeitet habe merke ich auch schneller, wenn Menschen genau die Konflikte mit dem Inneren Kind haben aber selber noch nicht erkennen.

Und was mir gar nicht schwer fällt: dem Sonnenkind viel Raum im Leben zu geben: mit Spielen, lautem Lachen, Singen, Schaukeln auf dem Spielplatz und Tanzen, wann immer ich eine schöne Musik höre. So ist bereits die Bewegung integriert in meinen Alltag.

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