Filmtipp: Die Goldenen Jahre (CH)

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Kreuzfahrt zu Dritt

 

Ich habe am Zurich Film Festival bereits die Vorschau auf den Film „Die goldenen Jahre“ gesehen und dann gedacht: ja das betrifft mich jetzt nicht wirklich. Ich habe ja keinen Mann, der dann irgendwann mal pensioniert ist und plötzlich zuhause bleibt und ich selber bin ja auch nicht so richtig pensioniert sondern arbeite selbstständig über die eigentliche Pensionierung hinaus.

Als ich dann aber an einem Wochenende ein schönes Zeitfenster hatte und einen „leichten“ Film sehen wollte habe ich mich entschieden, mir den Film anzuschauen. Und ich habe es nicht bereut – es gab nicht nur ganz viele leise Schmunzler sondern auch ein paar recht laute Lacher, weil die Situationskomik teilweise wirklich sehr originell und sehr typisch ist. Typisch für die Schweizer:innen, typisch für Menschen, die Mühe haben, nicht mehr gebraucht zu werden und typisch auch für Paare, die allzu lange schon nicht mehr miteinander über ihre Bedürfnisse sprechen. Und das gilt nicht nur für die Pensionierten.

Die Szene auf der Kreuzfahrt, die das Paar vermeintlich von den Kindern zur Pensionierung geschenkt bekam kam mir auch sehr bekannt vor und dann all die schönen Missverständnisse, die Frage nach dem Sinn des Lebens. Auch wenn ich in einer ganzen anderen Lebenssituation bin: ich habe mich ein paarmal ertappt gefühlt und da ich zum Glück auch über mich selber lachen kann habe ich das eben auch ein paar Mal lautstark gemacht.

Und auch im Nachhinein begleitet mich der Film manchmal und ich überlege mir: „was wäre wenn“, schmunzle vor mich hin und empfehle den Film allen Leuten, die aufs Pensionsalter zugehen oder mitten drin stecken. Die Schauspieler:innen machen ihren Job sehr gut – sie werden unbeschönigt und klar dargestellt und wecken einige Assoziationen zum richtigen Leben.

Freuen wir uns also auf die Goldenen Jahre! Esther Gemsch und Stefan Kurt kannte und mochte ich schon vor dem Film und ich habe auch ein paar neue Gesichter entdeckt, die mir gut gefallen haben.

Den Trailer dieses Schweizer Films unter der Regie von Barbara Kulcsar kann man hier ansehen und den Film dann in diversen Kinos in der Schweiz

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