Gelassen Gelassenheit erlangen

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Der Autor des Buches „Gelassenheit“ – was wir gewinnen, wenn wir älter werden hat einen sehr spannenden Lebenslauf. Man kann über ihn auf https://www.wilhelm-schmid.de mehr über ihn und seinen Werdegang lesen. Er ist 1953 geboren und ist ein Philosoph. Nach meiner Ansicht schlägt sich das auch etwas in seiner Art und Weise zu schreiben durch: manchmal wählt er eher altmodische Begriffe aber ich finde, das hat durchaus auch einen gewissen Charme.

Auf jeden Fall haben mich seine Gedanken zum Thema Gelassenheit sehr angesprochen, auch wenn ich noch ein paar wenige Jahre jünger bin als er. Er führt in dem Buch durch 10 Thesen, die ich alle sehr spannend finde. Er glaubt, dass wir Gelassenheit mit diesen Thesen erreichen können und dass sie dazugehören. Wahrscheinlich spricht er eher ein älteres Publikum an, denn ganz ehrlich: habe ich mich mit 30 schon mit dem Thema Gelassenheit auseinandergesetzt? Ganz bestimmt nicht. Und heute begegnet mir der Begriff immer mehr, vor allem weil mich – gerade in meinen Monaten in Kenia – die Leute oft fragen: wie kannst du dabei überhaupt so gelassen bleiben? Für mich ist das ein Kompliment, denn Gelassenheit ist durchaus ein Zustand, in den ich mich immer mehr begeben werden und für den ich auch bereit bin, mir Gedanken darüber zu machen. Genau wie in diesem Buch, dass ich mit viel Freude aber auch mit viel Nachdenken über mein eigenes Leben gelesen habe.

Die 10 Thesen sind:

  1. Gedanken zu den Zeiten des Lebens
  2. Verständnis für die Eigenheiten des  Alt- und Älterwerden
  3. Gewohnheiten, die das Leben leichter machen
  4. Genuss von Lüsten und Glück
  5. Umgang mit Schmerzen und Unglück
  6. Berührung um Nähe zu spüren
  7. Liebe und Freundschaft, um in ein Netz eingebunden zu sein
  8. Besinnung, um heiter und gelassen zu werden
  9. Ein Verhältnis zum Tod, um mit ihm leben zu können
  10. Gedanken zu einem möglichen Leben nach dem Tod

Die einzelnen Kapitel sind alleine die Titel schon recht aussagekräftig. Seine Motivation, das Buch zu schreiben hatte vor allem damit zu tun, dass er seine Mutter als sehr gelassen erlebt hat und sich auf die Suche nach dem Rezept machte. 

Und so fragt er sich auch humorvoll: kann man denn noch älter als alt werden? Ist alt nicht einfach alt und weshalb möchte man das noch steigern? Er gibt dann aber auch ganz wunderbare Ratschläge wie man die Gelassenheit erreichen kann. Dabei sagt er nicht  dem Alter den Kampf an sondern beschreibt die „Art of Aging“ anstelle des Aufhaltens des Älterwerdens. Aber er beschönigt auch nicht die weniger erfreulichen Seiten des Alters wie gewisse Verluste oder die körperliche Veränderung, die meistens nicht viel Positives an sich hat. Aber wesentlich ist der Umgang mit Dingen, die wir ohnehin nicht verändern können. Er macht sich z.B. auch über das Wörtchen “noch“ lustig: du weisst, dass du älter wirst wenn die Leute das “noch“ inflationär einsetzen: Sie sehen aber noch gut aus (für ihr Alter), dass sie das noch anpacken (in ihrem Alter)…

Er geht dabei auf das Konzept „forever young“ ein, das er gar nicht als erstrebenswert anschaut, da wir wohl ganz anders leben und geniessen würden, wenn wir wüssten, dass es ewig andauern wird. Die Reife Fülle des Lebens zu erfahren scheint ihm dabei erstrebenswert. 

Er zitiert natürlich als Philosoph auch einige philosophische Grundlagen und das hat bei mir ausgelöst, dass ich mich noch mehr dazu angeregt fühle, meinem Bestreben nach Gelassenheit noch weiter nachzugehen und auch darüber zu lesen um besser zu verstehen. Es geht ihm um eine „gelassene Gelassenheit“ und nicht ein protziges „Seht her, wie gelassen ich bin“. 

Für mich war es eine wunderbare Lebensschule – oder wie er es nennt: ein Lernprojekt – und ich freue mich darauf noch gelassener und noch älter zu werden.

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