Göttinnen altern nicht

/
The Birth of Venus detail, c1485. Artist: Sandro Botticelli. Sandro Botticelli was an Italian painter of the Early Renaissance. He belonged to the Florentine School under the patronage of Lorenzo de Medici. WorldxHistoryxArchive 917_06_WHA_163_510004123

Wie wir der Zeit die Macht nehmen, indem wir uns für die Fülle des Lebens entscheiden 

 Buch von Christiane Northrup   

«Alterslosigkeit“ ist das Motiv des Buches. Die Autorin ist Gynäkologin und hat für sich einen Weg entdeckt nicht „alt“ zu werden. Sie altert einfach nicht. Das fand ich spannend. Auch der Titel hat mich angesprochen. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken an das Altern, ohne Anlass, mit etwas Angst und auch mit einem Gefühl des Unbehagens. Einfach so. Wenn man Ü50 ist, dann ist Altern plötzlich ein Thema. Nicht nur weil man selbst das möchte, sondern auch weil unsere Gesellschaft uns suggeriert: «Von nun an geht’s bergab».  

Es geht in dem lesenswerten Buch nicht um das Altern an sich, sondern um eine andere Geisteshaltung dazu. Lebensqualität fusst verstärkt auf den eigenen Gedanken. Genau da packt Christiane Northrup die Leserin.  

Die Frau versteht sich als Göttin, verbunden mit den Kräften der Natur. Hört sich erstmal auf eine sehr amerikanische Art etwas abgedreht an, ist es aber vielleicht gar nicht. Abseits der Bezeichnung ist diese Herangehensweise der Autorin durchdacht und nachvollziehbar. Sie nimmt uns die Überzeugung das Altern sei etwas Schlimmes und schenkt uns damit ein anderes Selbstbild. Älterwerden muss nicht gleichbedeutend sein mit dem Verlust der Gesundheit, Schönheit, Fitness oder dem Abgleiten in kulturelle Bedeutungslosigkeit. 

Sie räumt mit dem Bild auf, das wir im Allgemeinen vom Lebensalter haben. Es sei nicht angebracht sich auf etwas Schlimmes, wie Krankheit und den Gedanken auf Vorsorge zu fokussieren, so die Autorin. Stattdessen ermuntert sie die Leser auf, den Kräfte unseres Körpers und unseres Geistes zu vertrauen und einen ganz anderen Weg zu gehen, hin zu den schönen Dingen, die es da zu entdecken gibt. 

Das Alter ist nur eine Zahl und von dieser sollten wir uns nicht beeindrucken lassen. Mit 60 kann man jünger und auch fitter sein als mit 30 oder 40. Das gefällt mir gut. Vielleicht habt ihr wie ich, auch schon mal die Erfahrung gemacht, wenn ihr ein Trainingsgerät benutzt und dies dann auf euer Alter eingestellt wird. Ich fühle mich dann wie jemand, dem man nichts mehr zumuten kann. Niemand sollte bestimmen, wie ich mich selbst fühle und mir eine Vorstellung von einer Alterszahl suggerieren. Ich möchte selbst feststellen, was ich leisten kann, ohne schon vom Alter her begrenzt zu werden. Dies gibt mir auch ein gutes Gefühl, genau wie das Sprichwort schon sagt: «Man ist so alt, wie man sich fühlt». 

Im Buch geht es der Autorin um die Emanzipation von allen Vorurteilen der Gesellschaft gegenüber dem Älterwerden, von den Erwartungen »der anderen« und auch von den Einflüsterungen der Ärzte. Sie fordert dazu auf, endlich all das zu tun, was Frauen zu alterslosen Göttinnen macht: Die Selbstheilungskräfte stärken, sich optimal ernähren, die Freizeit erfüllend gestalten und sich der spirituellen Dimension öffnen – um maximal sinnlich, vital und freudvoll zu leben. Es geht um das Leben, das Geniessen, das Erleben. 

In dem über 500 Seiten starken Werk findet ihr Themen wie starke Gefühle, Sinnlichkeit, die Freude am Essen, Gesundheit, Wechseljahre und Bewegung und was aktiv sein mit uns macht sowie vieles anderes mehr. 

Ich persönlich habe das Buch als Leitfaden verstanden, die gedankliche Schranke des Älterwerdens fallen zu lassen. Es geht nicht um die Zahl, die das Alter beschreibt, es geht darum, wie jeder für sich persönlich es definiert. Alter – egal welches – ist ein Gefühl und genauso sollten wir damit auch umgehen. 

«DIE IDEE IST, SO SPÄT WIE MÖGLICH JUNG ZU STERBEN» 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Schreib uns

und wir antworten