Jetzt ist meine Wohnung ein Zuhause

Seit ich aus dem Elternhaus ausgezogen bin – und das ist jetzt wirklich schon eine ganze Weile her – habe ich vom eigenen Hund geträumt. Ich habe darüber bereits geschrieben. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Ich möchte euch meine Erfolgsstory 2021 natürlich nicht vorenthalten:

Zwei Jahre lang hat ein Foto von einem Havaneser an meinem Visionboard gepinnt. Dieses Foto habe ich im Oktober meinen Arbeitskolleginnen gezeigt. Eine meinte, dass sie genauso einen Hund hat und sofort sind wir ins Gespräch gekommen, worauf sie mir die Adresse ihrer Züchterin angegeben hat. Diese hatte zwar auf ihrer Website publiziert, dass sie aktuell keine Hunde zu vergeben hätte. Ich schrieb sie trotzdem an und bat sie, an mich zu denken, sollte sie irgendwann von einem etwas älteren Havaneser hören, der ein gutes Plätzchen sucht. Am nächsten Tag schon hat sie mir geantwortet, dass sie selber einen Hund zu vergeben hätte.

Kurz vor Weihnachten ist meine Fenscha, ein 1 ½ jähriges Havanesermädchen, bei mir eingezogen und bereichert mein Leben jeden Tag. Für Fenscha war alles neu. Sie hat ihr bisheriges Leben bei der Züchterin verbracht und im Rudel mit 15 anderen Hunden gelebt. Die Fahrt in ihr neues Zuhause war ihre erste Autofahrt, nicht das schönste Erlebnis in ihrem Leben. Dass gewisse Geschäfte besser draussen als in der Wohnung erledigt werden, war für sie auch nicht ganz klar. Unser erster Spaziergang war ihr erster Spaziergang an der Leine. Menschen, die uns entgegenkamen, haben sie verängstigt, genauso wie der Lift zu unserer Wohnung. Sie hat jedoch ganz schnell Mut gefasst und innerhalb weniger Tage war unser Zusammenleben ganz entspannt und wir konnten unsere langen Weihnachtsferien in vollen Zügen geniessen.

Irgendwann kehrt wieder der Alltag ein und aus einem Rudel-Hund muss ein Büro-Hund werden. Was nicht immer ganz einfach ist, denn Fenscha knurrt, wenn jemand in unser Büro kommt. Und am heftigsten knurrt sie bei meinem Chef. Der Notabene nur über unser Büro in seines gelangt. Zum Glück trägt er es mit Humor und ist auch der Meinung, dass in jedes gute Vorzimmer eine knurrende Lady gehört.

Dank der langen Eingewöhnungszeit, in der sich alles um Fenscha und ihre Bedürfnisse gedreht hat, fühlt sie sich sehr wohl bei mir. Sie verfolgt mich auf Schritt und Tritt und wimmert, wenn sie ohne mich ist, auch wenn ich ihr ganz liebe Dogsitter organisiere. In meiner Naivität dachte ich ja, dies sei Trennungsschmerz, bis ich in der Hundeschule gelernt habe, dass sie einfach nur ein kleiner Kontrollfreak ist. Nix da mit «Hündchen will nicht ohne Mami sein», nein, sie will mich nur im Griff haben. Dies ist aktuell unsere grösste Herausforderung, denn überall kann ich sie nun wirklich nicht mitnehmen. Und so muss ich jetzt lernen, sie alleine zu lassen und sie muss ihren Kontrollwahn in den Griff bekommen. Ich weiss nicht, wem vom uns beiden es schwerer fällt.

Nebst der Fellnase in meinem Zuhause ist es auch schön, dass eine meiner Visionen wahr geworden ist und ich wieder an die Kraft des Visionboards glauben kann. Denn da pinnt schon noch das eine oder andere Foto.

Glückliche Tage mit meiner Fenscha

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