Stell dich den «Nackten Tatsachen»

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Da wir den Verein AgePerts schon vor ein paar Monaten gegründet haben, war ich auf der Suche nach Vernetzungsmöglichkeiten zum Thema Alter und bin auf den Titel Grossmütterrevolution gestossen. Auch wenn ich keine Alt-68-erin bin (dafür bin ich einfach noch etwas zu jung) habe ich mich vom Titel „Revolution“ sofort angesprochen gefühlt. Einerseits weil da ja auch Evolution drin vokommt – und die ist in jedem Alter wichtig und notwendig. Und Andererseits weil in mir doch auch eine Revolutionärin in manchen Belangen steckt – und das nicht nur, weil ich in meiner Pubertät eine grosse Fänin von Che Guevara war. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern aber immerhin hat es mir den Respekt meines linken Lehrer-Göttis verschafft. Also diesen Teil des Wortes mochte ich auf Anhieb sehr. Was mich ganz ehrlich gesagt nicht besonders ansprach war das Wort Grossmutter, da ich keine eigenen Kinder habe und daher keine „echte“ Grossmutter bin. Und obwohl ich über sehr viele Jahre zwei wunderbare Grossmütter geniessen durfte sprach mich dieser Titel einfach nicht an. Den Newsletter habe ich aber abonniert und meistens gleich in den Ordner „AgePerts“ abgelegt. 

Als ich im November meine etwa 14 Jahre ältere Freundin abholte war sie grad ganz aufgeregt daran, etwas Online zu bezahlen und ich musste kurz auf sie warten. Und noch aufgeregter zeigte sie mir den Kalender, den sie grad bei Grossmütterrevolution bestellt hatte. Wow – das ist ja mal ein mutiger Kalender. Er heisst „Nackte Tatsachen“ und zeigt wirklich alte Frauen (kleiner Scherz…) teilweise oder vollständig nackt. Mit allen Faltenwürfen, hängenden Irgendetwas aber künstlerisch sehr spannend aufbereitet. Und was mir am meisten gefällt: in den meisten Fällen herzhaft lachend. Der Kalender spricht mich sofort an und für „Forschungszwecke AgePerts“ bestelle ich mir einen nachhause. Jetzt erst merke ich, wie viele Zusatzinformationen über politische Aktionen, Ungerechtigkeiten, Dinge, die Aufmerksamkeit verdienen etc. im Kalender enthalten sind. Ich zeige den Kalender natürlich meinen Vereinskolleginnen und wir sind alle begeistert und auch beeindruckt über den Mut. Denn – seien wir mal ehrlich – meistens nervt uns doch schon die blöde Falte am Hals, der Winkearm auf der Foto. Aber dann wirklich alle Falten herzuzeigen und sogar noch richtig stolz darauf zu sein: das finde ich schon ganz schön stark und auch ein bisschen revolutionär.

Da ich gleich ins Ausland verreise entscheide ich mich, den Kalender einer wunderbaren Frau über 80 zu schenken, die kein Hehl daraus macht, dass sie die Frau auf der Nacktfoto in ihrem Hauseingang ist. Zwar in jungen Jahren aber eben auch als „nackte Tatsache“. Den Kalender kann man übrigens noch bis 15. Februar mit 50% auf der Website beziehen.

Durch diesen Kalender habe ich auch wieder vermehrt auf ihrer Website gestöbert: www.grossmuetter.ch und habe festgestellt: da steckt das Migros Kulturprozent dahinter, was für mich positiv rüberkommt. Und siehe da: ich finde, dass mich der Frühlingsevent vom 2.-3. Juni in Schwarzenberg LU so sehr interessiert, dass ich mich gleich dafür anmelde! Der Titel ist „Wie Phönix aus der Asche – Alte Frauen haben Visionen“. Wer weiss, vielleicht treffe ich dich dabei an und wir können uns über das Thema Grossmütter und unsere Visionen austauschen? Mich würde es unglaublich freuen!

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